|
Schleie
Die Schleie ist ein vorsichtiger, lichtscheuer,
dämmerungsaktiver Grundfisch.
Herkunft
Sie kommt in Europa, Westsibirien und Kleinasien vor
und wurde durch Besatzmaßnahmen weit darüber hinaus
verbreitet.
Geschmack
Die Schleie ist wegen ihres festen, grätenarmen und sehr
delikaten, nussig schmeckenden und relativ fettarmen Fleisches
ein wertvoller Speisefisch. Leider findet man sie fast nirgends
mehr im Angebot von Fischläden Ursache hierfür ist
das langsame Wachstum der Schleie, die unter optimalen Bedingungen
wesentlich langsamer wächst als der Karpfen, und das
Fehlen guter Zuchtstämme.
Wo Schleien leben
Fischereibiologisch ist ein Schleiensee ein nährstoffreicher
See mit klarem Wasser und großer Sichttiefe. Er liegt
in einer Seehöhe bis 1600 m und ist durchschnittlich
|
nicht tiefer als 4 m. Schleien lieben stehende oder langsam
fließende Gewässer mit weichem, schlammigem oder
moorigem Boden und einem starken Aufkommen von Unterwasserpflanzen.
Was Schleien fressen
Sie sind ausgesprochene Nahrungskonkurrenten des Karpfens.
Die Schleien fressen die im Boden und auf den Pflanzen lebenden
Kleintiere, wie Würmer, Insektenlarven, Asseln, und Muschelkrebse
ebenso wie tierisches Plankton.
Mit Ausnahme kleiner Muscheln und Schnecken, die der Karpfen
verschmäht. Das Auftreten der "Bithynia tentaculata",
der sog. Schleischnecke, deutet auf das Vorkommen von Schleien
hin.

|
Aussehen
"Schleie" wird auf das indogermanische Wort "(s)lei",
schleimig/glitschig, zurückgeführt. Die Haut der
Schleie ist dick und mit vielen Schleimzellen belegt. Die
Schuppen sind sehr klein. Der Rücken ist olivgrün
oder braun, die Seiten und der Bauch sind hellerund glänzen
messingfarben, die Iris ist rotbraun. Das Maul ist rüsselartig
vorstülpbar und mit zwei kurzen Barteln ausgestattet.
Heilungskräfte
Die Schleie gilt als "Wunderheilerin".
Ihre Haut ist der Grund gewesen, warum Schleien oft Heilkräfte
zugeschrieben wurden. Sie wurde als "Leibarzt "
des Hechtes bezeichnet. Auch andere kranke oder verwundete
Fische sollen durch die Berührung mit der Schleie geheilt
worden sein.
In der magischen Medizin wurden Menschen mit Fieber, Gelbsucht,
Kopf- und Zahnschmerzen zur Schmerzlinderung und Heilung Schleien
auf Hände, Füße, Bauch und Bauchnabel gelegt
zurück zum Karpfen
>>>zurück zu den Fischarten
|